Steuerberater · Voraussetzungen

Berufliche Voraussetzungen für die Fortbildung zum Steuerberater

Wer das Berufsziel Steuerberater wählt und zur Steuerberaterprüfung zugelassen werden möchte, muss hierfür eine passende Ausbildung (z.B: Steuerfachangestellte(r)) oder ein passendes Studium (z.B. BWL, VWL, Steuerwesen oder Jura) mit anschließender praktischer Berufserfahrung vorweisen können.

Des Weiteren sollte man natürlich auch Spaß an der Arbeit mit Zahlen haben, zuverlässig und kontaktfreudig sein, sowie mit Begeisterung an steuerliche und rechtliche Fragen herangehen und wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen können.

Beratungssituation
„Die Voraussetzungen für die Zulassung zum Steuerberater sind im Steuerberatungsgesetz (vgl. § 36 StBerG) geregelt.“

So läuft die Prüfung

Steuerberaterprüfung: Termine, Zulassung, Ablauf

Das Wichtigste auf einen Blick: aus amtlichen Quellen, mit Fundstelle und Stand.

  • Schriftlich 2027 5.–7. Oktober 2027 Dienstag bis Donnerstag, je 6 Stunden
  • Antrag bis 30. April 2027 Antragsportal der Kammern, Login mit eID und BundID
  • Mündlich Januar bis März 2028 in der Regel Anfang Januar bis Anfang März
  • Zuletzt 6.–8. Oktober 2026 rund 2.200 Prüflinge schrieben elektronisch

Zulassung

Geltendes Recht, § 36 StBerG

  • Wirtschafts- oder rechtswissenschaftliches Studium + 3 Jahre Praxis (Regelstudienzeit unter 4 Jahren) bzw. 2 Jahre (ab 4 Jahren)
  • Kaufmännische Ausbildung + 8 Jahre Praxis, mit bestandener Prüfung als Steuerfachwirt oder Bilanzbuchhalter 6 Jahre
  • Gehobener Dienst der Finanzverwaltung + 6 Jahre
  • Die Praxis zählt nur mit mindestens 16 Wochenstunden im Steuerrecht. Darunter zählt sie gar nicht

Entwurf Regierungsentwurf vom 07.10.2026: Jedes Hochschulstudium soll reichen, Wiederholungen unbegrenzt. Die neuen Zulassungsregeln gelten erst für Prüfungen ab 2028. Noch nicht beschlossen.

Ablauf Schritt für Schritt

  1. Antrag stellen Januar bis 30. April, Zulassungsgebühr je nach Kammer 200–300 €
  2. Zulassung Bescheid bis Anfang Juli, Prüfungsgebühr bis 31. Juli (z. B. Sachsen 1.750 €)
  3. Ladung voraussichtlich im August
  4. Drei Klausuren Anfang Oktober: Verfahrensrecht und andere Steuerrechtsgebiete, Ertragsteuern, Buchführung und Bilanzwesen; je 6 Stunden
  5. Mündliche Prüfung nur bei schriftlicher Gesamtnote bis 4,5: Kurzvortrag (etwa 10 Minuten) und sechs Prüfungsabschnitte
  6. Ergebnis bestanden, wenn der Schnitt aus schriftlicher und mündlicher Note höchstens 4,15 beträgt

Elektronische Prüfung: so funktioniert sie

Erlaubt nach § 37 Abs. 2 StBerG. Sie tippen die Lösung am Laptop. Die Aufgabe kommt gedruckt, die Gesetzestexte bringen Sie wie bisher selbst mit.

  1. Ankommen Die Kammer stellt Laptop (16 Zoll), Tastatur und Maus. Eigene Geräte, Ständer oder Zweitmonitor sind nicht erlaubt.
  2. Aufgabe lesen Aufgabentext auf Papier, dazu Konzeptpapier für Notizen. Gesetzestexte bleiben gedruckt.
  3. Lösung tippen Prüfungssoftware Q-Exam, offline im Prüfungsnetz. Keine Rechtschreibprüfung, aber fett, kursiv, hoch- und tiefgestellt.
  4. Zeit im Blick Countdown am Bildschirm. Automatische Speicherung alle paar Sekunden, bei Defekt geht es am Ersatzgerät weiter.
  5. Abgabe Am Ende schließt die Software. Die Lösung geht als unveränderbares PDF zur Korrektur.

Pflicht

Sachsen seit 2026, Thüringen ab der Prüfung 2027/28

Wahlweise

u. a. München, Nürnberg, NRW, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg

Neu ab Oktober 2027

Berlin, Brandenburg, Bremen, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland

Selbst ausprobieren: Demoportal der Prüfungssoftware(nur mit Chrome)

Quellen
  1. BMF, Hilfsmittelerlass 2027 vom 12.10.2026; Hilfsmittelerlass 2026 · Stand: 12.10.2026
  2. StBK Niedersachsen, Informationen zur Steuerberaterprüfung · Stand: 18.10.2026
  3. StBK Sachsen, Merkblatt zur Steuerberaterprüfung · Stand: August 2026
  4. StBK Hamburg, Steuerberaterprüfung: wichtige Informationen · Stand: 18.10.2026
  5. BStBK, Pressemitteilung 16/2026 vom 09.10.2026 · Stand: 09.10.2026
  6. § 36 StBerG · Stand: 18.10.2026
  7. Bundesrat, Drucksache 586/26 (Regierungsentwurf); BMF, Gesetz zur Reform der Steuerberaterprüfung · Stand: 09.10.2026
  8. Gebühren: StBK Sachsen (200 + 1.750 €), StBK München (300 + 1.350 €), StBK Thüringen (200 + 1.300 €) · Stand: 18.10.2026
  9. DVStB §§ 25, 26, 28 · Stand: 18.10.2026
  10. § 37 StBerG · Stand: 18.10.2026
  11. StBK Sachsen, FAQ elektronische Prüfung (allgemein) · Stand: 18.10.2026
  12. StBK München, FAQ zur digitalen Steuerberaterprüfung · Stand: 18.10.2026
  13. StBK Sachsen, FAQ Prüfungssoftware · Stand: 18.10.2026
  14. StBK Thüringen, Digitale Steuerberaterprüfung · Stand: 18.10.2026
  15. BStBK, Pressemitteilung 01/2026 vom 28.01.2026 · Stand: 28.01.2026

Voraussetzungen für die Fortbildung zum Steuerberater


der Weg zum Steuerberater, egal ob Studium, Ausbildung oder Beamter, viele Berufswege gelten als Vorbereitung für die Fortbildung zum Steuerberater.

§ 36 StBerG Voraussetzungen
für die Zulassung zur Steuerberaterprüfung 

(1) Die Zulassung zur Steuerberaterprüfung setzt voraus, dass der Bewerber, 

1. ein wirtschaftswissenschaftliches oder rechtswissenschaftliches Hochschulstudium oder ein anderes Hochschulstudium mit wirtschaftswissenschaftlicher Fachrichtung erfolgreich abgeschlossen hat und 

2. danach praktisch tätig gewesen ist. 

Die praktische Tätigkeit muss über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren ausgeübt worden sein, wenn die Regelstudienzeit des Hochschulstudiums nach Satz 1 Nr. 1 weniger als vier Jahre beträgt, sonst über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren. Wurde in einem Hochschulstudium nach Satz 1 Nr. 1 ein erster berufsqualifizierender Abschluss und in einem, einen solchen ersten Abschluss voraussetzenden, weiteren Hochschulstudium nach Satz 1 Nr. 1 ein 

weiterer berufsqualifizierender Abschluss erworben, werden die Regelstudienzeiten beider Studiengänge zusammengerechnet; Zeiten der prakischen Tätigkeit werden berücksichtigt, soweit sie nach dem Erwerb des ersten berufsqualifizierenden Abschlusses liegen. 


(2) Ein Bewerber ist zur Steuerberaterprüfung auch zuzulassen, wenn er 


1. eine Abschlussprüfung in einem kaufmännischen Ausbildungsberuf bestanden hat oder eine andere gleichwertige Vorbildung besitzt und nach Abschluss der Ausbildung acht Jahre oder im Falle der erfolgreich abgelegten Prüfung zum geprüften Bilanzbuchhalter oder Steuerfachwirt sechs Jahre praktisch tätig gewesen ist oder 


2. der Finanzverwaltung als Beamter des gehobenen Dienstes oder als vergleichbarer Angestellter angehört oder angehört hat und bei ihr mindestens sechs Jahre als Sachbearbeiter oder in mindestens gleichwertiger Stellung praktisch tätig gewesen ist. 

(3) Die in den Absätzen 1 und 2 geforderte praktische Tätigkeit muss sich in einem Umfang von mindestens 16 Wochenstunden auf das Gebiet der von den Bundes- oder Landesfinanzbehörden verwalteten Steuern erstrecken. 

(4) Nachweise über das Vorliegen der in den Absätzen 1 bis 3 genannten Voraussetzungen sind nach Maßgabe der Bestimmungen des amtlichen Vordrucks zu erbringen, der gemäß § 158 Nr. 1 Buchstabe a eingeführt worden ist. Der Bewerber hat diese Unterlagen seinem Antrag auf Zulassung zur Prüfung beizufügen.